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Auf den Zahn gefühlt

Dass auch Pferde an Zahnproblemen leiden, ist inzwischen größtenteils bekannt. Schließlich beeinträchtigen die häufigsten Zahnprobleme – nämlich scharfe Kanten und Haken – nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes, sondern auch ganz wesentlich seine Rittigkeit. Der Grund, warum unsere Reitpferde häufig unter Zahnproblemen leiden ist einfach: erstens ernähren sie sich von Kraftfutter, weichem Heu und saftigem Grün anstatt von hartem, verdorrtem Steppengestrüpp wie ihre wilden Artgenossen. Und zweitens werden sie häufig – und Gott-sei-Dank! – älter als diese.

Spitze Zahnkanten verletzen die empfindlichen Schleimhaut
Da unsere Pferde für das Zerkleinern ihres weichen Futters kaum Mahl-Arbeit leisten müssen, werden auch ihre Backenzähne nur ungenügend abgenutzt: es entstehen spitze, scharfe Kanten, die die Backen- und Zungenschleimhaut verletzen. Aus diesen Verletzungen entstehen im Laufe der Zeit chronische Schleimhautgeschwüre (Ulzera). Aus diesem Grund sollte die Maulhöhle des Reitpferdes – etwa im Rahmen der Influenza-Impfung – auf Zahnhaken und Schleimhautveränderungen kontrolliert werden. Sind die Zähne einmal sorgfältig – das heißt in Sedierung sowie mit speziellem Instrumentarium – geraspelt und hat das Pferd ein regelmäßiges Gebiss, dann sollte eine jährliche Korrektur der Zähne durch einen entsprechend qualifizierten Tierarzt ausreichen. Beim jungen (bis 5-jährigen) Pferd im Zahnwechsel und beim sehr alten Pferd müssen unter Umständen häufigere Zahnkorrekturen eingeplant werden.

Aufgrund ungleicher Backenzähne schief abgenutzte Schneidezähne. Normales Kauen ist so nicht mehr möglich.
Auch Schneidezähne müssen behandelt werden, wenn sie z.B. beim alten Pferd oder bei Überbiss zu lang sind und ein normales Kauen verhindern.
Verletzter Gaumen verursacht durch ein Wellengebiss

Einem geschenkten Gaul ...

... schaut man nicht ins Maul, sagt der Volksmund. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Altersbestimmung eines Pferdes anhand der Zähne. Pro Jahr beträgt der Schwund der Zahnschicht rund 2 mm. Dadurch verschwinden die schwarzen Vertiefungen, die Kunden, die ein junges Pferd aufweist, mit zunehmenden Jahren nach und nach. Vor allem am Abrieb der Kunden der Schneidezähne wird das Alter eines Pferdes geschätzt. Weitere Informationen über das Pferdealter liefern die Stellung der Schneidezähne und ihr Querschnitt.

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